Sag mal, wie begann das alles ?
Grundsätzlich bin ich zum Igel gekommen, wie so viele. durch Zufall: Unser Hund kläffte im Garten. Er kläffte aber irgendwie anders. Ich schaute nach und sah eine Igelmutter mit ihren drei Jungen. Lesen, informieren, Jahreszeit, zufüttern – all das habe ich gemacht. Im nächsten Jahr fand ich durch Zufall einen verletzten Igel. Eine eurogroße Wunde zierte den Rücken. Da wusste ich schon, dass Fliegen das ganz spannend finden und habe den Igel gesichert. Ich war schon Mitglied in der Facebook-Gruppe „Igelfreunde und die, die es werden wollen“. Der Rest ist relativ schnell erzählt: irgendwann wurde ich relativ unfreiwillig😅 eine der Admins und hatte so noch mehr mit dem Thema zu tun und merkte, dass Tierschutz ein besonderes Thema ist: zwischenmenschlich, finanziell und nervlich. Dann kam Corona. Und dann kam der Ukrainekrieg. Die Pflegestellen beklagten immer mehr Tiere, immer weniger Finder, die bereit sind einen Obolus dazulassen, steigende Kosten durch höhere Energiepreise und Inflation. Viele beklagen zähe Behörden und ein Gefühl des alleingelassen Werdens. Nicht nur die Flut der hilfsbedürftigen Tiere nicht mehr adäquat pflegen zu können sondern auch Angst, dass der Braunbrustigel aussterben wird.

……und dann?
Ich begann quer zu lesen. Was sind die Voraussetzungen der Pflege von Wildtieren. Welche Rechtsformen gibt es, welche Fördermöglichkeiten gibt es. Wer ist für was zuständig. Nun, ein ganzen Wirrwarr aus bürokratischen Bestimmungen, die durch den Föderalismus in Deutschland ohne immense Zeit zu investieren kaum zu durchschauen ist. Darüber hinaus stieß ich im Internet auf verschiedene Gutachten, Sachverhaltsdarstellungen und deren Antwort der Behörden bzw. der Politik. Kernaussage: Dem Braunbrustigel geht es in Deutschland schlecht, wie schlecht genau, lässt sich nicht sagen. Es fehlen Daten. Es gibt auch keine Statistik wie viele Pflegestellen/Päppelstellen es in Deutschland gibt und wie viele Tiere pro Jahr in den Abgabestellen als hilfsbedürftig abgegeben werden. Gibt es keine Daten, gibt es keinen Grund etwas zu ändern. Punkt!! Also begann es in meinem Kopf zu rattern: Es muss doch möglich sein, dass Pflegestellen und Päppelstellen, die ein gemeinsames Ziel haben, zusammenarbeiten. Und irgendwer müsste den Hut aufsetzen….
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