Der Braunbrustigel steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten, seit Oktober auch auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion, was bedeutet, dass der Igel weltweit als gefährdet eingestuft wird.
Die genaue Population in Deutschland ist unbekannt.
Derzeit versuchen einige Institutionen eine Zählung in Deutschland.
Man geht von einer sinkenden Population aus. Die Gründe sind bekannt: Lebensraumverlust, mangelndes Nahrungsangebot, Mähroboter und Fadenschneider und der Hang des Menschen alles natürliche aus dem Garten verbannen zu müssen. Fehlende Durchgänge von Garten zu Garten zwingen den Igel über Straßen laufen zu müssen. Die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden.
Es wird erst im Jahr 2030 eine überarbeitete Rote Liste Deutschlands geben. Wir werden sehen was bis dahin eingeschätzt werden kann!
Es gibt zahlreiche Pflegestellen und Päppelstellen (nachfolgend nur noch Pflegestellen genannt) in Deutschland, die sich um hilfsbedürftige Igel kümmern. So wie die Populationsgröße der Igel unbekannt ist, ist auch die Zahl Pflegestellen unbekannt.
Es gibt keine zentrale Stelle auf Landes- oder Bundesebene, die darüber eine Statistik führt.
…und wo ist das Problem?
Pflegestellen können Vereine oder private Personen sein.
Der Staat sieht keine finanzielle Förderung vor.
Der Verein kann sich noch um ein paar Fördergelder bemühen, die nach meiner Recherche im Bereich Wildtierpflege sehr rar sind, Spenden entgegennehmen und Spendenquittungen ausfüllen.
Die privaten Pflegestellen tragen die Kosten für die Gesundung der Tiere selbst, was vielen Findern gar nicht bewusst oder bekannt ist.
In Zeiten der hohen Energiepreise, Inflation und Erhöhung der Tierarztkosten explodieren die Kosten.
Hinzu kommt, dass jedes Jahr mehr hilfsbedürftige Tiere in die Pflegestellen gebracht werden. Die Lage verschärft sich dramatisch.
Immer mehr Pflegestellen geben auf. Die umliegenden Pflegestellen müssten auch diese Tiere abfangen, was gar nicht möglich ist.
Neben den Kosten ist auch der Arbeitsaufwand und die nervlichen Belastung immens, immer mehr Tiere verletzt, verhungert oder entstellt zu sehen.
Auch die Anerkennung eines Ehrenamtes ist nicht vorgesehen.
…und was sagt die Politik dazu?
Nichts! In Anfragen – sofern man überhaupt eine Antwort bekommt – wird darauf verwiesen, dass es keine Datenlage gibt. Und wenn man keine Daten hat, kann man nicht in die Diskussion gehen (…oder man will nicht…), geschweige denn, etwas ändern. Auf die Einführung einer Statistik verzichtet man aber, weil man keine Daten hat! Und so haben alle Ebenen der Landes- und Bundesbehörden eine Ausrede, die einen wütend machen kann.
Hinzu kommt die durch den Förderalismuss (verschiedene Zuständigkeiten von Bund und Land) und die damit einhergehenden unterschiedlichen Gesetze und Verordnungen. Laien können durch diesen Paragraphendschungel und Bürokratismus überblicken.
Lösung:
Wir schaffen diese Datenlagen! Bereits im Jahr 2025 haben wir die Grundlage geschaffen:
In großartiger Zusammenarbeit der Pflegestellen wurden die Aufnahmetiere aus den Jahren 2022, 2023 und 2024 erfasst, sortiert und veröffentlicht. Die Namen einzelner Pflegestellen sucht man vergeblich. Diese unterliegen dem Datenschutz.
Das Ergebnis war erstaunlich:
Nach einer Hochrechnung waren im Jahr 2024 rund 80.000 Tiere in 700 Pflegestellen statistisch erfasst. Zum Jahr 2022 eine Verdopplung an Tieren.
Dabei beliefen sich die Kosten 2024 auf unglaubliche 8 Millionen Euro. Was für ein Wirtschaftsfaktor für für die Igelpflege.
15 zuständigen Landesbetrieben wurden diese Daten zur Verfügung gestellt und dankend angenommen.
15 zuständige Landesministerien, 1 Bundesministerium sowie der Bundestag wurden in Kenntnis gesetzt.
Nebenbei die Bundestierärztekammer, die Bundesbeauftragte für den Tierschutz, verschiedene Naturschutzorganisationen
…und nun?
Wir machen weiter! Wir setzen die Datenreihe fort, führen die Statistik um ein stabiles Fundament zu schaffen um ein Gehör in der Politik zu finden.
Wir brauchen Hilfe bei der Rettung des Braunbrustigels, denn die Arterhaltung ist Aufgabe der Gesellschaft und nicht die der Pflegestellen und Tierärzte. Die Kosten haben alle zu tragen!
In jedem ersten Quartal des Jahres können durch die Pflegestellen die aufgenommenen Tiere aus dem gesamten Vorjahr gemeldet werden. Es erfolgt eine anonymisierte Auswertung, die ihr hier auch auf der Website finden werdet.